Poppers und Prominente: Immer mehr Stars sprechen offen über den Party-Kick

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Poppers sind kleine Fläschchen mit einer großen Wirkung. Noch vor einigen Jahren waren sie vor allem in der schwulen Club- und Partyszene bekannt, doch mittlerweile machen auch viele andere Menschen ihre Poppers-Erfahrungen. Prominente Persönlichkeiten tragen erheblich dazu bei, indem sie in Radio, Podcasts, Fernsehen oder Social Media offen über ihre Erfahrungen mit den flüchtigen Nitriten sprechen. Dabei zeigt sich: Der Konsum von Poppers ist weder an ein bestimmtes Milieu noch an eine bestimmte sexuelle Orientierung gebunden – und das Tabu bröckelt zunehmend. Grund genug, ein Stück weiter hinter die Kulissen zu schauen.
Poppers in der Popkultur: Ein weiter Weg von der Nische ins Spotlight?
Poppers blicken auf eine bewegte Geschichte zurück. Mitte des neunzehnten Jahrhunderts wurden sie als Medikament gegen Angina pectoris entwickelt. Doch spätestens ab den 1970er-Jahren fanden die Nitrit-Verbindungen ihren Weg in die Disco- und Clubkultur. Besonders in der queeren Community wurden sie schnell populär – als Genussmittel beim Feiern und beim Sex. Grund dafür: Unmittelbar nach dem Schnüffeln sorgt das Mittel für einen euphorisierenden Kick bei gleichzeitiger Muskelentspannung.
Doch die Zeiten, in denen Poppers ausschließlich mit der schwulen Szene assoziiert wurden, sind vorbei. Heute konsumieren Menschen aller Hintergründe die kleinen Fläschchen – etwa für den schnellen, nicht abhängig machenden Kick bei Partys.
Celebrities von Lena Dunham bis Sam Smith bekennen sich offen zum Poppers-Konsum
Wer in einem Poppers Shop stöbert, befindet sich in prominenter Gesellschaft. Denn längst stehen einige der bekanntesten Gesichter der Unterhaltungsbranche offen zu ihrem Konsum. Allen voran Sam Smith, der in einem Interview bei „Radio Andy“ auf Sirius XM im April 2020 keinen Zweifel aufkommen ließ: „I can completely confirm I love poppers“, erklärte Smith und berichtete von einer gemeinsamen Partynacht mit Nicole Scherzinger in einem Londoner Club. Gleichzeitig betonte der Popstar, den Konsum nicht verherrlichen zu wollen – doch auch Alkohol sei nicht gerade gesundheitsfördernd.
Nur wenige Wochen später zog Lena Dunham nach. In der US-Talkshow „Watch What Happens Live with Andy Cohen“ erzählte die Schauspielerin und Autorin von ihrer einzigen Erfahrung mit Poppers – und davon, anschließend einen ganzen Käsekuchen verdrückt zu haben. Die Anekdote sorgte für Heiterkeit und Skepsis zugleich, denn Übelkeit zählt eher zu den typischen Nebenwirkungen als Heißhunger. Wer selbst neugierig geworden ist und Poppers bestellen möchte, findet heute unkompliziert seriöse Anlaufstellen im Netz.
Apropos unkompliziert: 2016 sorgte der britische Parlamentsabgeordnete Crispin Blunt mit seinem Poppers-Bekenntnis für Schlagzeilen. Er platzierte es mitten in eine Debatte um ein geplantes Verbot psychoaktiver Substanzen – und trug so dazu bei, dass Poppers von einem Verbot ausgenommen wurden.
Wie viel Tabubruch verträgt die Normalität?
Die öffentlichen Bekenntnisse prominenter Persönlichkeiten spiegeln einen gesellschaftlichen Wandel wider. Poppers werden immer häufiger als das wahrgenommen, was sie für viele längst sind: ein Genussmittel im Party- und Erotikkontext, das weder dämonisiert noch verharmlost werden sollte. Gerade Sam Smith, dessen offener Umgang mit der eigenen Identität und einem zuweilen exzentrischen Lebenswandel immer wieder für Diskussionen sorgt, steht exemplarisch für eine Generation, die lang gepflegte Tabus zunehmend auf den Prüfstand stellt.
Hierbei spielen Warnungen vor etwaigen Gesundheitsrisiken allerdings auch eine Rolle. Diese sollte man sich stets vor Augen führen – und Poppers immer nur ganz bewusst und in besonderen Momenten konsumieren.
Fazit? Poppers sind heuten nicht mehr wegzudenken
Prominente Bekenntnisse verschiedener Celebrities zeigen, dass Poppers längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind. Sie enttabuisieren den Konsum – ersetzen aber keinen verantwortungsvollen Umgang mit den Risiken, die auch bei vermeintlich harmlosen Substanzen bestehen.





