Doreen Steinert verteidigt Sydney Sweeney: "Sex sells. Na und?"

Die frühere Nu-Pagadi-Sängerin hält die Empörung über die freizügige Werbung für widersprüchlich — und die Kritik für gutes Marketing.

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Doreen Steinert mit der Hand im Haar
Foto: Doreen Steinert

US-Schauspielerin Sydney Sweeney erntet für ihre freizügige Werbung für einen Sportwettenanbieter heftige Kritik — und bekommt jetzt Rückendeckung aus Deutschland. Doreen Steinert, früher Sängerin bei Nu Pagadi, kann die Empörung über die Kampagne kaum nachvollziehen: „Warum wird aus einer sexy Marketingstrategie sofort wieder eine Debatte darüber, was Frauen dürfen und was nicht?“

Für die BestFans-Creatorin ist die Inszenierung nichts Besonderes: „Sex sells. Das ist schon immer so gewesen.“ Dass Sweeneys Körper nun als Maßstab für Sportlichkeit herhalten soll, hält sie für absurd — Sweeney sei Schauspielerin und Werbegesicht, keine Vorzeigeathletin. Widersprüchlich findet Steinert vor allem, dass weibliche Selbstbestimmung ständig eingefordert werde, die Kritik aber laut werde, sobald eine Frau bewusst mit ihrer Sexualität spielt und damit Geld verdient.

Doreen Steinert auf einem Billardtisch
Foto: Ben Baumgarten

Im Interview mit BestFans spricht Doreen Steinert über die Debatte, die Lust am Aufreger und die Ironie der Kampagne:

Sydney Sweeney wird für ihre freizügige Werbung heftig kritisiert. Was stört dich an der Debatte am meisten?

Mich stört vor allem, dass plötzlich so getan wird, als müsste Werbung die Realität eins zu eins abbilden. Sydney ist Schauspielerin und Werbegesicht. Die Frau aus der Joghurtwerbung wird schließlich auch nicht dafür bezahlt, weil sie privat jeden Tag genau diesen Joghurt isst. Vielleicht mag sie auch viel lieber Müsli.

Glaubst du, dass solche Kontroversen inzwischen bewusst größer gemacht werden, weil sie Aufmerksamkeit bringen?

Absolut. Wer irgendwo den nächsten Angriff entdeckt, bekommt schnell Reichweite. Dazu kommen viele Menschen, die sofort aufspringen, weil sie sich in ihrer eigenen Frustration bestätigt fühlen. So wächst aus etwas Kleinem sehr schnell ein riesiger Aufreger.

Hat die Kritik der Kampagne am Ende vielleicht sogar geholfen?

Davon bin ich überzeugt. Jetzt kennt jeder die Marke und Sydney Sweeney ist noch stärker im Gespräch. Deshalb würde ich sagen, dass die Werbung medienwirksam funktioniert hat. Ob die Reaktionen positiv oder negativ sind, spielt für die Aufmerksamkeit erst einmal kaum eine Rolle.

Was geht dir bei der Kritik an Sydney besonders gegen den Strich?

Für mich wird die Ironie der Kampagne komplett übersehen. Wer sich das Video anschaut, erkennt doch, dass dort bewusst mit Provokation gespielt wird. Gleichzeitig wird ständig Selbstbestimmung gefordert. Sobald eine Frau diese Freiheit aber wirklich nutzt und sich sexy zeigt, entsteht plötzlich wieder ein Problem. Diesen Widerspruch verstehe ich einfach nicht.