Vom Mobbing-Opfer zur Strategin: Warum Anne Wünsche Hate im Netz heute bewusst provoziert

Foto: https://www.bestfans.com/anne_wuensche
BestFans-Creatorin Anne Wünsche steht seit ihrem Debüt bei „Berlin – Tag & Nacht“ 2011 im öffentlichen Fokus – und damit auch im Dauerfeuer aus Morddrohungen, Beleidigungen und täglichem Hass im Netz. Nach Jahren voller Tränen und Selbstzweifel hat die Creatorin einen radikalen Perspektivwechsel vollzogen: Statt sich zurückzuziehen, provoziert sie den Hate inzwischen gezielt, weil er Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit generiert. Ihr Fazit nach über einem Jahrzehnt im Rampenlicht: Sie setzt lieber auf Selbstbestimmung im Umgang mit Öffentlichkeit und Kritik.
Anne, wie gehst du eigentlich mit Hate-Kommentaren um? Hat sich das über die Jahre verändert?
Ich war ja seit 2011 bei „Berlin – Tag & Nacht“ und stand seitdem automatisch in der Öffentlichkeit. Mit 18 Jahren habe ich auch schon Nacktbilder von mir gemacht, die direkt in der Presse gelandet sind. Seitdem gibt es natürlich Menschen, die mich haten. Am Anfang war das wirklich heftig. Aber irgendwann habe ich gemerkt: Die Leute kennen mich gar nicht. Sie wissen nicht, wie ich morgens meinen Kaffee trinke oder welche Musik ich gerne höre. Warum also sollte ich mir ihre Meinung zu Herzen nehmen? Früher habe ich mich noch verbogen, versucht, es allen recht zu machen, damit sie mich mögen. Nach all den Tränen und Selbstzweifeln ist das heute komplett weg. Ich gehe sogar bewusst in die Provokation. Das bringt Sichtbarkeit, aber vor allem fühle ich mich frei dabei.
Gab es Kommentare, die dich besonders getroffen haben?
Schlimm sind solche, in denen es um meine Kinder geht. Als ich mit Erotik-Content angefangen habe, gab es schon Nachrichten, in denen Leute sich wünschten, dass man mir meine Kinder wegnimmt. Morddrohungen gab es auch, meistens von Männern. Klar, die typischen Beleidigungen kenne ich ja, aber solche extremen Sachen sind echt hart.
Denkst du, Hate gegen Frauen, die Erotik-Content machen, zeigt generell den fehlenden Respekt in der Gesellschaft?
Ich mache das seit Januar 2023, aber Hate wurde mir auch schon vorher entgegengebracht. Für alles. Es ist nicht nur diese Branche. Wer öffentlich ist, macht sich angreifbar. Manche Menschen brauchen einfach jemanden, auf den sie zeigen können, um sich selbst besser zu fühlen. Und ganz ehrlich: Egal, was du machst, du wirst immer jemanden finden, der dich kritisiert. Selbst wenn du dein perfektes Leben zeigst, wird irgendjemand etwas finden, das er doof findet.
Wenn du deinen Hatern jetzt direkt etwas sagen könntest, was wäre das?
Nichts. Ich kann Menschen nicht ändern. Also nein, ich habe keine Message an meine Hater. Es bringt einfach nichts.
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