Als Entertainer und Schauspieler war es für Alexander Bojcan (47) ganz alltäglich, andere zu unterhalten und zum Lachen zu bringen. Dass es drinnen ganz anders aussah, verriet der Kurt-Krömer-Star jetzt in einem Interview.

Aha-Erlebnis auf der Bühne

Obwohl er sogar 2010 schon seit etlichen Jahren mit Depressionen und in der Folge mit Alkoholproblemen zu kämpfen hatte, ging ihm erst 2010 mitten in einem Auftritt auf Norderney ein Licht auf: "Ich stand da komplett betrunken und dachte: Die ärmste Sau hier in dem Theater bist du selber", sagte er in einem Interview mit dem 'ZEITmagazin'. "Da habe ich richtig Angst bekommen. Wenn der Alkohol dafür sorgt, dass ich den Job verliere, den ich über alle Maßen liebe – das möchte ich nicht." Da sei ihm klar geworden, dass er etwas tun muss. Zwar gelang ihm endlich der Alkoholentzug, doch die Depressionen wurden nur noch schlimmer.

Alexander Bojcan will offen über Depressionen sprechen

"24 Stunden am Tag habe ich gedacht, da ist etwas, das mich bedroht", sagte er über seinen Zustand im Herbst 2020. Als alleinerziehender Vater sei er oft noch ungewaschen im Schlafanzug herumgelaufen, wenn seine Kinder aus der Schule kamen: "Ich habe viel im Bett gelegen, das war wie mein offenes Grab." Auftritte wurden für ihn zu Kraftakten, von denen er sich tagelang erholen musste – "davor und danach fand kein Leben statt". Nachdem er 2021 in seiner rbb-Show 'Chez Krömer' erstmals öffentlich über seine Krankheit sprach, hat er nun unter seinem Alias Kurt Krömer sein Buch 'Du darfst nicht alles glauben, was du denkst' darüber geschrieben: "Ich war 30 Jahre depressiv. Ich muss damit leben. Und ich habe keinen Bock, das zu verheimlichen", schreibt er darin und hofft, anderen helfen so zu können. "Ich bin kein Therapeut oder Arzt, aber ich weiß jetzt, was los ist, und kann vielleicht mit meiner Geschichte anderen helfen", erklärte Alexander Bojcan im Interview.

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