Dank Regeländerung: Erhält Sandra Hüller vier Oscar-Nominierungen?

Sandra Hüller hat in diesem Jahr vier starke Filme vorgelegt und könnte dafür gleich vier Oscar-Nominierungen in den Schauspielkategorien erhalten. Foto: imago images/Eventpress Kochan
Sandra Hüller (48), seit Jahren eine der größten Oscar-Hoffnungen, könnte 2027 gleich vierfach auf den Nominierungslisten für den begehrtesten Filmpreis der Welt auftauchen. Möglich macht das eine Regeländerung der Academy: Bei der 99. Verleihung der Oscars dürfen Schauspielerinnen und Schauspieler erstmals mit mehreren Rollen in derselben Kategorie antreten, je zweimal im Haupt- und im Nebenfach.
Genau das traut die BBC der Deutschen zu. Kein Filmstar habe so ein erfolgreiches Jahr erlebt wie sie, hieß es dort bereits im Mai. Die Briten prophezeien, dass Sandra Hüller Oscar-Geschichte schreiben und als erste Schauspielerin vier Oscar-Nominierungen im selben Jahr erhalten könnte.
Vier Filme in einem einzigen Kinojahr
Nominiert werden könnte Hüller mit Hauptrollen in "Vaterland" und "Rose" sowie mit Nebenrollen in "Der Astronaut – Project Hail Mary" und in "Digger".
In "Vaterland" (Kinostart 3. September) spielt Hüller Erika Mann, die ihren Vater Thomas Mann 1949 auf dessen erster Deutschlandreise nach dem Ende der NS-Herrschaft begleitet. Regisseur Paweł Pawlikowski gewann dafür in Cannes den Regiepreis.
"Rose" lief schon im April an. In dem Historiendrama von Markus Schleinzer tarnt sich Hüllers Figur im 17. Jahrhundert als Mann, um im Dorf ernst genommen zu werden. Der Schwarz-Weiß-Film brachte ihr bei der Berlinale den zweiten Silbernen Bären ein und geht für Österreich ins Rennen um den Auslands-Oscar, wie der Fachverband der Film- und Musikwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) am Freitag bekannt gab.
In dem im März gestarteten Science-Fiction-Film "Der Astronaut – Project Hail Mary" spielt Hüller die Vorgesetzte eines Wissenschaftlers (gespielt von Ryan Gosling), der die Menschheit vor einer neuen Eiszeit bewahren soll. Am 1. Oktober kommt "Digger" in die Kinos. Inszeniert wurde die Satire von dem mehrfachen Oscarpreisträger Alejandro G. Iñárritu. Darin ist Hüller neben Tom Cruise zu sehen. Er verkörpert den mächtigsten Mann der Welt, der eine Katastrophe ungekannten Ausmaßes verhindern muss – obwohl er sie selbst verursacht hat.
2024 nur eine Nominierung
Warum die neue Regel gerade ihr nützen könnte, zeigt ein Blick zurück: 2024 waren gleich zwei Werke mit ihrer Mitwirkung – "Anatomie eines Falls" und "The Zone of Interest" – als bester Film nominiert. Sie selbst stand aber nur für ihre Rolle in "Anatomie eines Falls" auf der Darstellerinnen-Liste und musste sich schließlich durch Emma Stone geschlagen geben. Solche Fälle soll die Reform abfedern. Und auch einen Doppelsieg im Haupt- und im Nebenfach hat bei den Oscars bislang niemand geschafft.
Regisseur Jonathan Glazer, der mit ihr "The Zone of Interest" drehte, hatte in Cannes ohnehin eine einfachere Lösung parat: "Sie sollten eine eigene Kategorie für Sandra Hüller erfinden."
Die 99. Academy Awards werden am 14. März 2027 im Dolby Theatre in Los Angeles verliehen. Die Shortlists, die es nur für einen Teil der Kategorien gibt, werden am 15. Dezember 2026 veröffentlicht. Die Bekanntgabe der Oscar-Nominierungen folgt am 21. Januar 2027.
(ae/spot)





