Im März 2002 erhielt Halle Berry (55) als erste schwarze Schauspielerin den Oscar in der Kategorie 'Beste Hauptdarstellerin' für ihre Rolle im Drama 'Monster's Ball'. Damals hatte sie gehofft, dass ihr Sieg bei den renommierten Academy Awards anderen schwarzen Kolleginnen "die Tür öffnen" würde. In ihrer Dankesrede erklärte sie: "Dieser Moment ist so viel größer als ich. Er ist für jede namenlose, gesichtslose schwarze Frau, die jetzt eine Chance hat, weil diese Tür heute Abend geöffnet wurde." Doch bis heute konnte keine andere schwarze Schauspielerin in Halle Berrys Fußstapfen treten.

Halle Berrys Hoffnung wurde enttäuscht

In einem Interview mit der 'New York Times', das am Donnerstag (24. März) veröffentlicht wurde, brachte die Schauspielerin ihre Enttäuschung darüber zum Ausdruck und erklärte, dass es ihr das "Herz breche", dass sie nach wie vor die einzige schwarze Oscar-Gewinnerin sei. Es dauerte acht Jahre, bis eine andere schwarze Schauspielerin überhaupt nominiert wurde, und seitdem hat keine mehr gewonnen. In dem Interview sagte sie: "Das hat die Tür nicht geöffnet. Die Tatsache, dass niemand neben mir steht, bricht mir das Herz". Aber sie argumentierte: "Wir können Erfolg oder Fortschritt nicht immer danach beurteilen, wie viele Auszeichnungen wir haben. Auszeichnungen sind das Tüpfelchen auf dem i – sie sind die Bestätigung der Kollegen, dass man in diesem Jahr außergewöhnlich gut war -, aber bedeutet das, wenn wir diese Auszeichnung nicht bekommen, dass wir nicht großartig waren, nicht erfolgreich sind, die Welt nicht mit unserer Kunst verändern und unsere Möglichkeiten nicht wachsen?"

Regiedebüt wichtiger als Oscar

Halle Berry versicherte weiter, dass ihr Oscar nicht so wichtig sei wie die Arbeit, die sie seitdem geleistet habe, und erwähnte in diesem Zuge ihr Regiedebüt 'Bruised' – ein Martial-Arts-Drama. Ihre Regie-Arbeit ist laut Halle Berry immerhin ein Beweis dafür, dass sich doch langsam etwas tut: "Hätte eine schwarze Frau bei einem Film über das Kampfsport-Genre vor zwanzig Jahren Regie führen können? Ich glaube nicht, dass ich das auch nur annähernd hätte begreifen können. Das ist für mich der Beweis, dass sich die Dinge ändern."

Bild: Casey Flanigan/imageSPACE/Media