Juliette Binoche kritisiert Intimitätskoordination

Juliette Binoche – May 2024 – Avalon – Cannes Film Festival
Juliette Binoche hat eine klare Meinung zu Intimitätskoordinatoren am Filmset: Ihrer Ansicht nach können diese dafür sorgen, dass Schauspieler ohne echte Emotionen agieren. Die erfahrene Schauspielerin versteht zwar, warum solche Spezialisten eingesetzt werden, um das Wohlergehen der Darsteller zu sichern, betont jedoch die Bedeutung davon, sich aus der Komfortzone herauszuwagen, um Liebesszenen glaubhaft darzustellen.
Die Kunst der authentischen Darstellung
Im Gespräch mit ‚The Guardian‘ erklärte Binoche: „Es reicht nicht, einfach einen Intimitätskoordinator am Set zu haben. Eine Liebesszene muss aus dem Herzen und Bauch heraus entstehen. Wenn man mehr über die Bewegungen nachdenkt als über das Gefühl dahinter, befindet man sich in einer misslichen Lage.“ Für die ‚Chocolat‘ Darstellerin ist es essenziell, dass Schauspielerinnen und Schauspieler Ängste vor körperlicher Nähe überwinden, um authentische Liebe zu verkörpern. Andernfalls riskiert man, in Prüderie zu verfallen und das wahre Leben nicht ehrlich zu reflektieren.
Trotz ihrer klaren Ansichten gibt Binoche zu, dass Nacktszenen immer eine Herausforderung darstellen. Der Fokus sollte darauf liegen, warum die Szene gedreht wird, um Unsicherheiten zu vermeiden. Vertrauen in den Regisseur ist dabei entscheidend. Eine schmerzhafte Erfahrung machte sie mit André Téchiné während der Dreharbeiten zu ‚Alice und Martin‘, wo Versprechen nicht gehalten wurden. Sie fühlte sich hintergangen und kämpfte erfolgreich dafür, dass das Filmmaterial entfernt wurde. Ein weiteres Thema des Interviews war die Künstliche Intelligenz in der Filmindustrie, über deren Einfluss sie sich jedoch gelassen äußerte.
Foto: © BANG Media International – Juliette Binoche – May 2024 – Avalon – Cannes Film Festival





