King of Pop als ‚Engel‘ dargestellt: ‚Leaving Neverland‘-Regisseur Dan Reed kritisiert Michael-Jackson-Biopic

Foto (c) Bang Showbiz // Michael Jackson – Famous – Dangerous Tour – Archive – DEC 21
Der Regisseur von ‚Leaving Neverland‘, Dan Reed, hat das neue Michael-Jackson-Biopic scharf kritisiert.
Der Filmemacher führte Regie bei der Dokumentation aus dem Jahr 2019, in der Wade Robson und James Safechuck darüber sprachen, wie sie angeblich vom ‚Billie Jean‘-Sänger sexuell missbraucht wurden. Die Vorwürfe wurden vom Nachlass von Michael Jackson bestritten. Reed erklärte jetzt, dass er besonders entsetzt über die Darstellung von Jacksons Beziehung zu Kindern in dem neuen Biopic ‚Michael‘ von Regisseur Antoine Fuqua war – darunter Szenen, in denen der verstorbene King of Pop kranke Kinder im Krankenhaus besucht.
„Das hat bei mir ein wirklich ungutes Gefühl ausgelöst. Es suggeriert, dass Jacksons Umgang mit Kindern völlig harmlos war und ausschließlich von Philanthropie motiviert wurde“, sagte Reed gegenüber ‚Variety‘. Er zeiht sogar drastische Vergleiche: „Jeffrey Epstein war ein großer Philanthrop, und Harvey Weinstein war ein großer Filmemacher, aber leider gibt es noch eine andere Dimension ihrer Geschichten. Im Fall von Jackson ist er ein derartiges kulturelles Phänomen, dass es nichts gibt, was das überlagern könnte.“
Reed fügte hinzu, dass er klarstellen wolle, dass ich nicht dazu aufrufe, Jackson zu „canceln“ und dass niemand mehr seine Musik hören soll, aber die Geschichte von Wade und James müsse ebenfalls respektiert werden. Er fügte hinzu: „Was der Film tut, ist, eine Version der Ereignisse zu schaffen, die im Grunde Wade, James und andere, die Jackson des sexuellen Missbrauchs von Kindern beschuldigt haben, als Lügner darstellt, ohne es tatsächlich auszusprechen.“ Und weiter: „Sie sagen, dass der Grund, warum Jackson Kinder mochte, darin liegt, dass er ein Engel ist und einfach nett zu Kindern sein wollte – nicht, dass er Sex mit ihnen haben wollte.“
‚Michael‘ – in dem der King of Pop von seinem Neffen Jaafar Jackson gespielt wird – endet in den 1980er-Jahren, bevor dem verstorbenen Star erstmals Missbrauch vorgeworfen wurde, und Reed kritisierte die Macher des Films dafür, dieses Thema zu ignorieren. Er sagte: „Warum umgehen sie das? Es ist allgemein bekannt, dass Jackson viel Zeit mit jungen Jungen verbracht hat, sie nachts mit ins Bett nahm und die Tür abschloss, was unbestritten ist – und allein das wäre, wenn jemand eine Anzeige erstattet hätte, wahrscheinlich genug, um ihn vor Gericht wegen sexuellen Kindesmissbrauchs zu verurteilen – aber bei Jackson scheint all das keine Rolle zu spielen.“
Reed kritisiert, dass weder der Nachlass noch der Drehbuchautor des Films eine alternative Erzählung geliefert haben, außer, dass Michael Jackson keine Kindheit gehabt habe: „Also musste er nachts mit Kindern allein sein – was keinen Sinn ergibt.“ Trotz der Kritik von Kritikern war ‚Michael‘ an den Kinokassen sehr erfolgreich, und Reed glaubt, dass dies an dem „Mythos“ liegt, der den ‚Thriller‘-Hitmacher – der 2009 im Alter von 50 Jahren starb – noch heute umgibt. Der Dokumentarfilmer sagte: „Jackson ist ein amerikanischer Mythos, zusätzlich dazu, dass er eine reale Person war, also ist er zu etwas viel Größerem geworden als das, was er tatsächlich war.“





