Regisseur von ‚September Afternoon‘ schätzt das Banale

Nicolaas Schmidt – Avalon – November 2021 – Munich Germany
Der deutsche Filmemacher Nicolaas Schmidt hat eine besondere Philosophie: Für ihn ist die „Banalität“ das spannendste Element, das er in seinen Filmen einfangen kann. Sein erstes Werk, ‚September Afternoon‘, wird am 10. August beim Filmfestival von Locarno im Bereich ‚Filmmakers of the Present‘ vorgestellt. In seinen Regie-Notizen erklärt Schmidt, dass er alltägliche Momente als „Rohmaterial“ nutzt und sie so lange dehnt, bis ihre scheinbare Leere eine neue Dimension für das Publikum eröffnet. Gerade in einer Welt voll ständiger Außergewöhnlichkeit findet Schmidt die schlichte Banalität besonders belebend.
‚September Afternoon‘ und die Kunst, das Alltägliche zu filmen
Der Film ‚September Afternoon‘ dreht sich um ein Paar, das den Sommer nicht loslassen will. Schmidt verriet dem ‚Hollywood Reporter‘, dass seine eigene Erfahrung von einer solch unangenehmen Situation, die er damals nicht festhalten konnte, die Inspiration zu diesem Film lieferte. Wäre nur ein Freund mit einer Handkamera dabei gewesen, überlegt Schmidt, hätte diese ungeschönte Alltäglichkeit ihren Weg in die Welt gefunden.
Während der Dreharbeiten plante Schmidt ursprünglich, den Wind im Film stärker darzustellen, als er tatsächlich war. Doch unvorhersehbares Wetter machte es zu einer „viel schwierigeren Herausforderung“, als erwartet. Der Regisseur erklärt: „Unvorhergesehenes belebt meine Filme“ und solche Herausforderungen gemeinsam zu meistern, gebe ihm eine tiefe Zufriedenheit und Stabilität. Dennoch warnt Schmidt, dass ‚September Afternoon‘ kein Film ist, der den aktuellen Trends folgt. Seine Skepsis gegenüber blindem Trendhopping teilt er offen: „Anpassung ohne Hinterfragen liegt mir fern“, betont Schmidt. Anpassung sollte nur dann erfolgen, wenn sie sinnvoll erscheint und nicht einfach einem Trend oder einer Masse hinterherläuft.





