Russell Brand hinter Gittern: So war seine erste Nacht im Gefängnis

Vom Gerichtssaal ging es für Russell Brand direkt ins Gefängnis. Nach seiner Verurteilung wegen Vergewaltigung hat der Schauspieler seine erste Nacht hinter Gittern verbracht. Leibesvisitation, Gefängniskleidung und ein streng begrenztes Telefonat sollen den Beginn seiner Haft geprägt haben.

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Hier wird Russell Brand im Gefangenentransporter vom Gericht ins Gefängnis gebracht.
Hier wird Russell Brand im Gefangenentransporter vom Gericht ins Gefängnis gebracht. Foto: Alberto Pezzali/Getty Images

Nach seiner Verurteilung wegen Vergewaltigung und dreier sexueller Übergriffe wurde Russell Brand (51) am Donnerstag in einem Gefangenentransporter vom Londoner Southwark Crown Court abgeführt. Seine erste Nacht hinter Gittern soll für den britischen Schauspieler und Komiker ein Schock gewesen sein. Wie die britische Zeitung "The Sun" berichtet, soll Brand große Angst gehabt haben.

"Die erste Nacht im Gefängnis ist für jeden wirklich beängstigend - und Brand hatte panische Angst", zitiert das Blatt eine nicht näher genannte Quelle. Der 51-Jährige soll rund um die Uhr von Gefängniswärtern überwacht werden.

Leibesvisitation, graue Kleidung und ein einfaches Essen

Die Aufnahme in der Haftanstalt soll für Brand mit einer Reihe von Kontrollen verbunden gewesen sein. Laut "Sun" musste er zunächst seine Kleidung abgeben und sich einer Leibesvisitation sowie einem Körperscan unterziehen. Anschließend erhielt er graue Gefängniskleidung, darunter Jogginghosen, T-Shirts und Sweatshirts.

Zur Erstausstattung gehörten dem Bericht zufolge außerdem Zahnbürste, Zahnpasta und Toilettenpapier sowie Lebensmittel wie Müsli, Tee und Kekse. Als erste Mahlzeit soll Brand ein Mikrowellengericht bekommen haben, das eine Quelle gegenüber der Zeitung als "ungenießbar" bezeichnete.

Auch sein psychischer Zustand wurde demnach überprüft. Mitarbeiter befragten ihn zu seinem Befinden und möglichen gesundheitlichen Risiken. Zudem soll dem Schauspieler, der sich in den vergangenen Jahren intensiv seinem christlichen Glauben zugewandt hat, eine Bibel angeboten worden sein.

Nur ein kurzes Telefonat erlaubt

Besonders schwer dürfte für Brand die Trennung von seiner Familie wiegen. Berichten zufolge wurde ihm zunächst lediglich ein dreiminütiges Telefonat gestattet. Möglicherweise nutzte er die Gelegenheit, um seine Ehefrau Laura Gallacher (39) anzurufen, die ihm während des gesamten Prozesses zur Seite gestanden hatte. Mit wem er tatsächlich sprach, ist allerdings nicht bekannt.

Auch der genaue Ort seiner ersten Nacht in Haft ist bislang nicht offiziell bestätigt. Britische Medien nennen die Londoner Gefängnisse Wandsworth und Belmarsh als mögliche Haftanstalten. Aufgrund seiner Bekanntheit und der Art der Straftaten soll Brand zunächst getrennt von anderen Gefangenen untergebracht worden sein.

Richter verweigerte Abschied von seiner Familie

Dass Brand das Wochenende hinter Gittern verbringen muss, entschied Richter Joel Bennathan unmittelbar nach dem Schuldspruch. Brands Verteidiger hatte beantragt, den Schauspieler noch einmal gegen Kaution freizulassen, damit er sich von seiner Ehefrau und den drei gemeinsamen Kindern verabschieden könne. Wegen Fluchtgefahr lehnte der Richter den Antrag jedoch ab.

Am kommenden Montag muss Brand erneut vor Gericht erscheinen. Dann soll das Strafmaß verkündet werden. Der Richter stellte bereits eine erhebliche Freiheitsstrafe in Aussicht. Die britische Rechtsexpertin Kirsty Brimelow rechnet laut "Sky News" mit einer Haftstrafe von sechs bis neun Jahren. Die Geschworenen hatten Brand am Donnerstag in vier von sieben Anklagepunkten für schuldig befunden. In den drei übrigen Punkten wurde er freigesprochen.

(dr/spot)