Spike Lee unterstützt ‚Michael‘-Biopic trotz Kritikpunkte

Spike Lee – AVALON – Torino – Italy – November – 2025 – Torino Film Festival
Spike Lee hat seinen Standpunkt klargemacht, als er auf die Kritik von Filmkritikern antwortete, die bemängelten, dass in dem neuen Biopic ‚Michael‘ die Vorwürfe des sexuellen Kindesmissbrauchs gegen Michael Jackson nicht thematisiert werden. Obwohl das Werk an den Kinokassen große Erfolge feierte, gab es dennoch Stimmen, die das Fehlen dieser Vorwürfe kritisierten. Lee verteidigte den Film mit der Begründung, dass die Handlung mit Jacksons ‚Bad‘-Tour 1988 endet, also fünf Jahre bevor die ersten Anschuldigungen erhoben wurden.
Kritik und Verteidigung
In einem Interview mit CNN erklärte Lee (69): „Wenn man Filmkritiker ist und sich über all diese anderen Dinge beschwert – der Film endet 1988. Die Dinge, über die ihr sprecht, passieren später.“ Er wies darauf hin, dass es wenig Sinn mache, den Film für etwas zu kritisieren, das zeitlich nicht in den Kontext passe. Der Regisseur von ‚Do the Right Thing‘ teilte zudem seine persönlichen Erinnerungen mit: „Ich vermisse Mike. Ich vermisse Prince. Das sind meine Brüder. Ich habe mit beiden gearbeitet. Beides wunderbare Menschen.“
Unter den Kritikern des Biopics befand sich auch Dan Reed, der Regisseur der Dokumentation ‚Leaving Neverland‘. In einem Gespräch mit ‚Variety‘ äußerte Reed sein Unbehagen über die Darstellung von Jacksons Beziehungen zu Kindern im Film. Für ihn wirkte es, als sei Jacksons Umgang mit Kindern rein philanthropisch motiviert. Reed zog Parallelen zu anderen bekannten Persönlichkeiten und ihrer komplexen Geschichte, um seine Bedenken zu verdeutlichen. Er machte jedoch klar, dass er nicht fordere, Jackson zu ‚canceln‘, sondern vielmehr die Geschichten von Wade Robson und James Safechuck respektvolle Beachtung erhalten sollten. Laut Reed vermittelt der Film eine Version der Ereignisse, die diese Männer implizit als Lügner darstellt.





