Tina Ruland: Warum sie älter werden und sich nicht verstecken will

picture alliance / Geisler-Fotopress | Nicole Kubelka
Es ist ein offenes Geheimnis: Schauspielerinnen haben oft mit schwindenden Rollenangeboten zu kämpfen, während ihre männlichen Kollegen scheinbar weniger betroffen sind. Ein Beispiel ist Tina Ruland, die vielen als die freche Blondine Uschi aus dem Kultfilm ‚Manta, Manta‘ in Erinnerung geblieben ist. Heute, 25 Jahre später, gehören solche Rollen jedoch der Vergangenheit an, und das hat für die 58-Jährige einige Veränderungen mit sich gebracht.
Reality statt Schauspiel
„Von meinem Beruf – ich bin Schauspielerin und verkörpere Rollen – allein könnte ich heute nicht mehr leben“, erklärte Tina Ruland in einem Gespräch mit ‚Bunte‘. Doch die ehemalige Kinostarin hat sich nicht unterkriegen lassen. Sie ergänzt ihr Einkommen durch Auftritte in Reality-Formaten wie dem Dschungelcamp. Dabei hat sie klare Grenzen: „Ich weigere mich, mich operieren oder spritzen zu lassen, um jünger auszusehen. Ich akzeptiere mein Alter.“ Trotzdem stört es sie, dass viele Menschen denken, Schauspieler*innen abseits der großen Hollywood-Leuchten würden sich in finanzieller Sicherheit wiegen.
„Die glauben, wer im Fernsehen ist, lebt in einer Villa“, so Tina und räumt mit dem Klischee vom reichen Promi auf. „In keiner anderen Branche sinken die Gagen so drastisch“, sagt sie. Das, was viele verdienen, ist ohnehin nicht viel, und die Abzüge sind enorm; Proben, Maskenbildner und die Reisezeit sind oft nicht mal bezahlt. „Rechnet man das alles zusammen, verdienen wir manchmal deutlich unter Mindestlohn“, erklärt sie und lehnt solche Dumping-Gagen und die Armut in der Branche ab. Vor kurzem machte sie auf Instagram von sich reden, als sie mit geschwollenen Lippen auftrat. „Ich habe beim Schnorcheln Bekanntschaft mit einer Qualle gemacht. Das hat ’scheiße weh getan‘,“ lacht sie. „Wer lässt sich denn freiwillig die Lippen aufspritzen? So stelle ich mir das Gefühl vor, nur ohne Betäubung.“
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