Zu den Aufgaben britischer Royals wie Herzogin Kate (40) und Prinz William (39) gehört neben der Eröffnung von Gemeindezentren und viel Winken vom Balkon auch der Besuch ehemaliger Kolonien. Doch gerade dort fragt man sich in den letzten Jahren verstärkt, wie gut die von britischen Historiker*innen oft verklärt dargestellte "gute alte Kolonialzeit" für die dortige Bevölkerung wirklich gewesen ist.

Nicht nur Begeisterung für die Krone

In Belize kam man zu dem Schluss, dass es da wenig zu feiern gibt, und so kam es zu vereinzelten örtlichen Protesten gegen den königlichen Besuch. Der fand zwar trotzdem statt, aber Kate und William mussten die geplante Besichtigung einer Kakaofarm streichen, nachdem es zu Streitigkeiten um den Landeplatz ihres Hubschraubers gekommen war. Ein Zeichen, dass die Royals mittlerweile nicht immer mit offenen Armen empfangen werden. Die Familie sei jedoch pragmatisch, glaubt Dickie Arbiter, ehemaliger Pressesprecher von Königin Elizabeth II. (95). Sie wisse, dass viele ehemalige Kolonien bereits mit einer Loslösung vom Königshaus liebäugelten, wie es Barbados im November vormachte. Solange die Queen noch auf dem Thron säße, würde indes keine Revolution erwartet.

Prinz William und Herzogin Kate auf Werbetour

Das wird vermutlich anders aussehen, wenn ein Wachwechsel ansteht. Daher schickte man jetzt mit William und Kate beliebte Familienmitglieder auf Tour, um im Jahr des 70-jährigen Thronjubiläums der Queen ein bisschen die Werbetrommel für eine Monarchie zu rühren, deren Glanz zunehmend bröckelt. Und so absolvierte William ein Tänzchen mit den Anwohnern in Belize und bedankte sich hinterher auf Instagram: "Es war eine Ehre, Zeit mit der Garifuna-Gemeinde zu verbringen und einige ihrer Traditionen kennenzulernen." Insgesamt eine Woche ist im Terminkalender für die Karibik vorgesehen. Nach Belize auf dem Festland stehen Jamaica und die Bahamas auf dem Programm. Ob Prinz William und Herzogin Kate dort für mehr Begeisterung sorgen?

Bild: GRAHAM WHITBY BOOT/startraksphot