Schauspieler Daniel Donskoy (32) hat eine Mutter, die in der Ukraine geboren wurde und einen russischen Vater. Er selbst wurde in Moskau geboren, aber die Familie zog schon kurz nach seiner Geburt nach Berlin.

Wunsch nach einem freien Leben

Der Moderator von 'Freitagnacht Jews' versteht jetzt seine Eltern besser. "Sie wollten nicht in einem restriktiven Land bleiben, sie wollten frei denken und leben", erklärte der Star gegenüber der 'Deutschen Presse-Agentur' und sieht Parallelen zur Gegenwart. Das totale Einschränken aller freien Meinungsäußerungen und der Möglichkeiten zur Meinungsbildung, ist genau das, was wir gerade in Russland beobachten." Obwohl er das Leben in Osteuropa nur aus Erzählungen kennt, sieht sich der Berliner nun mit der Rolle des Erklärers konfrontiert. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in Russland.

Daniel Donskoy will aufklären

Denn Daniel Donskoy hat auch Fans in Russland und er sieht mit Bestürzung, wie die Propaganda-Maschine in der Heimat seines Vaters wirkt. "Das Narrativ, dass angeblich Faschisten und Nazis die Ukraine regieren, greift immer stärker. Ich kriege jetzt Nachrichten wie: Wie kann es sein, dass ein Jude Nazis unterstützt?" Aber der Serienstar ('Sankt Maik') will weiterhin aufklären, auch wenn in seinem Postfach jetzt schlimme Anfeindungen landen. Denn er spricht Russisch und kann so direkt auf die Leute in Russland zugehen, die nur noch Propaganda zu hören bekommen.

Dass es jetzt soweit gekommen ist und in Europa wieder Bomben fallen, hat sich auch Daniel Donskoy wohl nicht träumen lassen. Dass die Welt nicht perfekt ist, weiß er auch, schließlich antwortete er der 'Berliner Zeitung' auf die Frage, welches vollautomatische Gerät er gerne entwicklen würde: "Eine Gehirnsonde, die den Menschen Antisemitismus und andere Formen von Menschenfeindlichkeit und asozialem Verhalten austreibt. Voll automatisch." Nicht nur Daniel Donskoy denkt, dass man so eine Erfindung gerade jetzt sehr gut gebrauchen kann.

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