Die Leipziger Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen bereits abgeschlossen und Klage gegen Gil Ofarim (39) erhoben. Dem Sänger ('It's Your Love') wird falsche Verdächtigung und Verleumdung vorgeworfen. Wir erinnern uns: Anfang Oktober erzählte der Star, dass ihm in einem Leipziger Hotel der Checkin verweigert wurde, er sollte zunächst seinen Davidstern ablegen.

Stornierungen und Hassbotschaften

"Packen Sie Ihren Stern ein, dann dürfen Sie einchecken", soll ein Hotelmitarbeiter zum Musiker gesagt haben. Die Geschichte schlug hohe Wellen, es kam zu Protesten vor dem Hotel Westin, welches die Vorwürfe kategorisch bestritt. Handfeste Beweise konnte Gil schließlich nicht vorlegen, und auch Zeugen sollen den Vorfall bislang nicht bestätigen können. Mehrere Ermittlungen verliefen im Sande, während das Hotel mit schlechten Bewertungen und sogar Stornierungen zu kämpfen hatte. Gil Ofarim hielt jedoch an seiner Geschichte fest. Jetzt muss das Landgericht über die Zulassung der Klage entscheiden. Ein Ermittlungsverfahren gegen den beschuldigten Hotelmitarbeiter wurde eingestellt — ohne dass Gils Anwalt Markus dagegen Einspruch einlegte. "Herrn Ofarim ging es ursprünglich ohnehin nicht darum, jetzt hier eine einzelne Person verantwortlich zu machen, sondern ihm ging es darum, auf etwas aufmerksam zu machen, was ihm passiert ist und was er für inakzeptabel hält in den heutigen Zeiten", erklärte Henning dem Medienmagazin 'ZAPP' des NDR. Davon, dass sein Mandant an seiner Version festhält, könne man ausgehen.

Gil Ofarim wollte eine Debatte anstoßen

In der Sendung kommt jedoch auch der Direktor des Hotels zu Wort, welches von Gil Ofarim beschuldigt wird. Andreas Hachmeister erhielt Presseanfragen aus aller Welt, spricht von einem "Orkan". Auch Hassanrufe habe es gegeben: "Für mich persönlich hat sich ein Teil meines Lebens geändert." Der Journalist Martin Machowecz befürchtet, dass der anfängliche Shitstorm auch mit einer Richtigstellung nicht wieder unvergessen gemacht wird.

"Ich freue mich, dass ich eine Debatte angestoßen habe – aber ich hoffe, dass sie nicht nach kurzer Zeit wieder verpufft. Dafür ist das Thema viel zu wichtig", hatte Gil Ofarim kurz nach dem vermeintlichen Zwischenfall im Gespräch mit dem 'Redaktionsnetzwerk Deutschland' erklärt. Danach sieht es zurzeit nicht aus.

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