Dass die Sängerin Nena (62) trotz Querdenker-Verbindungen bei 'Das große Schlagercomeback 2022' unkommentiert ein TV-Comeback feiern durfte, stieß manchem sauer auf. Aber ihr alter Bandkumpan Uwe Fahrenkrog-Petersen (62) findet das alles nicht so schlimm.

Künstlerin, keine Politikerin

Der ehemalige Keyboarder der Nena-Band findet, man sollte nicht vergessen, wer da aufgetreten sei. "Nena ist in erster Linie eine Künstlerin und keine Politikerin", betonte der Musiker im Interview mit 't-online.de'. "Trotzdem darf sie – da wir hier in Freiheit leben – eine eigene persönliche Meinung haben." Diese Meinung sah vor, auf dem Höhepunkt der Pandemie bei Konzerten die Masken wegzuwerfen und sich kritisch zu den Corona-Sicherheitsmaßnahmen zu äußern. Über eine gewisse Nähe zu den Querdenkern wurde offen spekuliert. Für ihren alten Bandkumpel war das aber nicht so offensichtlich und er plädierte für Meinungsvielfalt und nicht "totalitäre Verhältnisse wie in der DDR. Wünschen wir uns das wirklich?"

Nenas Auftritt wird vom Sender verteidigt

Diese Haltung wurde auch vom MDR, der für die Schlagersendung verantwortlich war, geteilt. "Nena hat sich kritisch zu den Corona-Maßnahmen geäußert", teilte eine Sprecherin des Senders mit. "Meinungsvielfalt und Meinungsfreiheit sind elementare Bestandteile einer pluralistischen Gesellschaft." Man habe sich nur auf die Musik konzentriert, schließlich sei Nena die "erfolgreichste Sängerin der deutschen Musikgeschichte". Kritiker*innen schnauben dagegen, dass die Haltung der Musikerin Menschenleben gefährdet habe und in einer Demokratie so etwas wie eine Fürsorgepflicht herrschen würde. Man werde ihren Auftritt bei einer Party mit Verschwörungsschwurblern jedenfalls nicht so schnell vergessen. Es sieht also nicht so aus, als ob Nena in den nächsten Monaten ihr Comeback geräuschlos vollziehen kann – will sie vielleicht auch nicht.

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