Nun wird auch noch die Tochter mit hineingezogen: Prinz Andrew (62) soll Prinzessin Beatrice (33) zu Verhandlungen mit der BBC mitgenommen haben. Resultat war dann das vernichtende Interview.

Wunsch nach Lobeshymne

Wir erinnern uns: 2019 gab der Lieblingssohn der britischen Königin der BBC ein verheerendes Interview über seine Freundschaft mit dem verstorbenen, verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Er wollte damals auch Behauptungen dementieren, dass er mit Virginia Giuffre, einem mutmaßlichen Opfer von Epsteins Sexhandel, Sex hatte, und seinen Ruf retten, doch er überzeugte das Publikum nicht. Die ehemalige BBC-Produzentin Sam McAlister, die damals den Herzog von York für das Gespräch gebucht hatte, plaudert nun die Umstände aus."Es begann mit einer unschuldigen E-Mail, in der er darum bat, etwas zu machen, was wir eine Lobeshymne nennen", erzählte sie 'US Today'. "Am Tag der Verhandlung (für das Interview) war (Prinz Andrew) sehr gut gelaunt, würde ich sagen. Er kommt aus einer Machtposition und hat ein paar Stunden mit uns verbracht. (Dann) überraschte er uns komplett: Seine Tochter Prinzessin Beatrice kam zu dieser letzten Verhandlung mit."

Prinz Andrew nahm keine Rücksicht auf seine Tochter

Für die Journalistin und ihre Kolleg*innen war dies schon schockierend, denn es ging schließlich um Mädchenhandel und Vergewaltigungsvorwürfe: "Es war schon etwas Besonderes, vor den Augen seiner jüngeren Tochter über diese Themen zu sprechen, die verwerflich und entsetzlich waren." McAlister erinnerte sich daran, wie das Interview immer schlimmer wurde und es nicht gelang, den Namen des Blaublüters reinzuwaschen, und sagte, sie habe gewusst, "dass dies eine absolute Katastrophe werden würde, aber die Dimension wurde mit jeder schrecklichen Antwort größer und größer". Der Prinz wurde anschließend von Giuffre in den USA verklagt. Sie beschuldigte ihn, sie vergewaltigt und sexuell missbraucht zu haben, als sie 17 war. Im Februar einigten sie sich außergerichtlich. Prinz Andrew und seine Familie werden sich sicherlich wünschen, dass er dieses Interview nie gegeben hätte.

Bild: Julian Stratenschulte/picture-alliance/Cover Images