Nacktaufnahmen als Minderjährige: Nastassja Kinski will weitere Ausstrahlung einer alten 'Tatort‘-Folge stoppen

Nastassja Kinski und Christian Quadflieg in 'Reifezeugnis'

picture-alliance/ dpa | NDR

Nasstasja Kinski (63) wehrt sich dagegen, dass der NDR-'Tatort' ‘Reifezeugnis’ auch bald 50 Jahre nach seiner TV-Premiere immer noch gezeigt wird: Wegen der Nacktszenen, die sie als erst 15-Jährige drehte, möchte sie sie die Ausstrahlung gerichtlich untersagen lassen.

‘Reifezeugnis’ erlangte Kultstatus

Der NDR bezeichnete ‘Reifezeugnis’ immer noch gern wehmütig als “Legende“ – mit über 25 Millionen Zuschauer*innen wurde der ‘Tatort’-Krimi bei seiner Erstausstrahlung 1977 zum Straßenfeger und auch die Wiederholungen des Krimis, der mit der Liebesgeschichte eines Lehrers und einer Schülerin, gespielt von Christian Quadflieg († 78) und Nastassja Kinski, scheinen sich immer noch zu lohnen. Zuletzt lief der Krimi zum Jahreswechsel im deutschen Fernsehen, und auch als DVD ist er erhältlich. “Reifezeugnis mit Nastassja Kinski war in den Siebzigern eine sexuelle Initiation für sehr viele männliche Jugendliche. Auch deswegen ist dieser Tatort zur Legende geworden“, zitierte ‘Bild’ eine Äußerung von NDR Fernsehfilm-Chef Christian Granderath, die 2023 auf der NDR-Website veröffentlicht wurde. Mit dieser Legende soll nun endlich Schluss sein, wenn es nach der Schauspielerin geht.

Nasstasja Kinski zieht vor Gericht

“Frau Kinski hat sich über ihren Anwalt an den NDR gewandt mit der Forderung, einige Szenen aus dem ‘Tatort: Reifezeugnis‘ nicht weiter auszustrahlen. Zur Anfrage von Frau Kinski wird der NDR sich fristgerecht verhalten“, sagte eine NDR-Sprecherin auf Anfrage von ‘Bild’. Weitere Ausstrahlungen seien derzeit ohnehin nicht geplant gewesen, und aus der ARD-Mediathek wurde ‘Reifezeugnis’ vorerst entfernt. Nastassja Kinskis Rechtsanwalt Christian Schertz erklärte gegenüber dem 'Spiegel’: “Nastassja Kinski war damals faktisch ohne Begleitung am Set, als die Szenen gedreht wurden – eine rechtswirksame Einwilligung als Minderjährige ist damit denklogisch ausgeschlossen gewesen.” Es war erst die zweite Filmrolle für die talentierte Tochter von Klaus Kinski (†65), die bei ihrer Mutter unter schwierigen finanziellen Umständen aufwuchs: “Ich habe ja auch aus einer Notsituation beim Film angefangen. Wir hatten wenig Geld, und ich machte mir Tag und Nacht Gedanken, wie ich meiner Mutti und mir helfen könnte“, erklärte sie 2022 in einem ‘FAZ’-Interview. “Ich habe gesehen: Man macht etwas, und es kommt ein Gehalt. Da war ich stolz, dass ich etwas ändern konnte.“ Und jetzt wird es endlich Zeit für Nastassja Kinski, das Kapitel um ihre Skandalrolle in ‘Reifezeugnis’ zu schließen.

Bild: picture-alliance/ dpa | NDR

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