Boris Becker

Daniel Bockwoldt/picture-alliance/Cover Images

Boris Becker beichtet: Jegliches Gefühl für Geld verloren

Nicht viele Promis legen einen derartigen Absturz hin wie Boris Becker (55). Vom umjubelten Tennis-Star, der drei Mal in seinem "Wohnzimmer" Wimbledon gewann, zum Pleite-Knastbruder — das ist schon eine bittere Erfahrung, egal wie viel davon selbstverschuldet ist. In der neuen Doku 'Boom! Boom! The World vs. Boris Becker', die ab kommender Woche auf Apple TV+ streamt, spricht der einstige Top-Sportler unter anderem auch darüber, wie ihm ein Vermögen zwischen den Fingern zerrinnen konnte.

"Wir nehmen an, dass das Geld weiter reinkommt"

"Es gibt einen Grund dafür, warum das passiert", so der Star, der im letzten Jahr wegen Insolvenzvergehen hinter Gitter musste. "Mein Leben ist immer ein wenig anders gewesen als das der anderen. Ich wuchs anders auf… Wenn man so jung ist und du wirst in den Ozean mit den ganzen Haien geworfen, dann ist es sehr schwer, schwimmen zu lernen. Aber wenn du erstmal schwimmen gelernt hast, ist es ein Gefühl der Unbezwingbarkeit." Er war bereits mit 17 Jahren Millionär. Als jüngster Wimbledonsieger aller Zeiten — ein Rekord, den er bis heute hält — begann er das Geld mit beiden Händen zum Fenster hinauszuwerfen. "Du verlierst jeden Sinn für den Wert, " so Boris weiter. "Du weißt nicht, dass die meisten Menschen nie eine Million Pfund verdienen." Das größte Problem vieler Sportler, glaubt der Leimener. "Wir nehmen an, dass das Geld auch nach unserer Karriere weiter reinkommt."

Boris Becker zeigt Reue — zumindest ein wenig

Man kann sicher argumentieren, dass all dies Dinge sind, die sich auch einem 17-Jährigen nicht ganz verschließen, doch Boris Becker hatte offenbar wenig Hilfe im Haifischbecken. "Wir passen unseren Lebensstil nicht schnell genug an", so der Ex-Sportler weiter in der Doku, deren Gespräche zum Teil vorab in der britischen 'Sun' veröffentlicht wurden. "Man gibt weiter Geld aus, das man nicht mehr verdient, man gibt Geld aus, das man zuvor verdient hat." Immerhin: "Ja, ich bin selbst schuld." Er habe aber einfach die falschen Menschen an seiner Seite gehabt, nicht die richtigen Freund*innen, und er fühlte sich nicht erfüllt. All das habe sich erst geändert, als er seine erste Frau Barbara kennenlernte.

'Boom! Boom! The World vs. Boris Becker' war übrigens schon vor Boris' Haftstrafe gedreht worden. Jetzt sucht der Sportler nach neuen Einnahmequellen, denn nach wie vor drücken die Schulden. Ob er als Wimbledon-Kommentator zur BBC zurückkehren wird, steht zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht fest — 'Sport Bild' berichtete zuletzt davon, dass er dort vielleicht durch Roger Federer ersetzt werde. Gerne würde er weiter über Tennis berichten, wie er neulich auf einer Pressekonferenz für seinen Werbedeal mit einen Fensterversand bestätigte. "Ich muss mich noch ein bisschen sortieren. Ich habe in der Tat auch Angebote. Ich muss mich erstmal zurechtfinden, bevor ich eine Verantwortung und Arbeit übernehme", so Boris Becker.

Bild: Daniel Bockwoldt/picture-alliance/Cover Images

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