Martin Scorsese: Kritik war nicht auf Marvel allein bezogen

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Martin Scorsese stellt klar, dass seine Kritik nicht nur Marvel galt.
Der US-Regisseur erregte letztes Jahr große Aufmerksamkeit mit seiner Aussage, dass die Streifen des Studios "kein Kino" seien. "Es geht nicht um Menschen, die anderen Menschen emotionale, psychologische Erfahrungen aufzeigen wollen", kritisierte er gegenüber dem ‘Empire’-Magazin. Nun will er seine Aussagen ins rechte Licht rücken. Das Marvel Cinematic Universe habe er nämlich nur als Beispiel für das gesamte Genre der Comic-Buch-Verfilmungen genannt. "Ich sagte Superheldenfilme und nie – ich kenne Marvel nicht mal. Ich erinnere mich daran, dass Marvel ein Comic-Heft war", sagte er in einer Diskussionsrunde mit dem ‘Hollywood Reporter’.

Außerdem ging der 77-Jährige darauf ein, wieso er die Filme mit Themenparks verglichen hat. "Ich erinnere mich daran, als Disneyland erbaut wurde, so alt bin ich schon. Eine der Ziele der Studios war es, in gewisser Hinsicht für die amerikanische Kultur ebenso wichtig zu werden wie Disneyland", erklärte der ‘The Irishman’-Filmemacher.

Bei der Diskussionsrunde war ebenfalls ‘Joker’-Regisseur Todd Phillips zu Gast, der den Oscar-Gewinner in seiner Kritik zur Seite gestanden hatte. Für sein Filmprojekt über den DC-Bösewicht habe er anfangs großen Gegenwind erhalten, da es völlig aus dem Rahmen fiel. "Marty hat viele heftige Reaktionen bekommen für das, was er gesagt hat, aber ich verstehe es total. Wir mussten dafür kämpfen, dass ‘Joker’ gedreht werden konnte, was komisch klingt, weil es in der Superhelden-Welt stattfindet. Aber es ist nicht wirklich einer dieser Filme", schilderte Phillips.

Man dürfe Kommerzialität nicht über Kreativität stellen. "Wir verbrachten ein Jahr bei Warner Bros. und es wurden Emails hin und her geschickt, wo sie sprichwörtlich sagten ‘Ist ihm klar, dass wir Joker-Pyjamas bei Target verkaufen?’ Ich meinte ‘Kommen nicht zuerst die Filme und danach die Pyjamas? Diktieren die Pyjamas die Filme?’"

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