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Stephen Hawking: Der Entdecker der Unendlichkeit wird 75

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Eigentlich müsste Stephen Hawking schon seit rund 50 Jahren tot sein. Im Jahr 1963 prognostizierten zumindest sämtliche Ärzte dem damals 21-Jährigen ein baldiges Ableben. Schließlich, so die Schockdiagnose, leide der damalige Astrophysikstudent unter Amyotrophe Lateralsklerose (ALS). Lange Zeit bevor sich Hinz und Kunz einen Eimer mit Eiswasser über den Kopf gossen, um auf die Erkrankung des Nervensystems aufmerksam zu machen, schien in den Augen der Öffentlichkeit ein Leben – geschweige denn ein würdevolles Leben – unmöglich zu sein. Am 8. Januar wird Hawking 75 Jahre alt und weiß uns noch immer über die schier unvorstellbaren Geheimnisse des Universums aufzuklären.

Hawking, das Kriegskind

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Anfang der 40er Jahre in London leben zu müssen, dieses Schicksal wollte Vater Frank seinem ungeborenen Sohn Stephen ersparen. Schließlich sah sich die englische Metropole zu dieser Zeit heftigen Bombardements der deutschen Luftwaffe ausgesetzt. Nur verständlich, dass es seine Eltern ins rund 90 Kilometer entfernte Oxford zog, wo ihr Kind schließlich das Licht der Welt erblicken sollte.

Jahre später sorgte der vielversprechende Schüler bereits für Aufsehen. Doch nicht etwa wegen seines Chemie-Leistungskurses, zu dem sein Vater Stephen in der Hoffnung drängte, er würde ebenfalls eine Karriere als Mediziner einschlagen. Der junge Kerl legte vielmehr eine schier schlafwandlerische Sicherheit im Umgang mit Zahlen an den Tag. Die Aufnahmeprüfung für die Oxford-Universität, an der er nur probeweise teilgenommen hat, brachte ihm schließlich ein Stipendium an der renommierten Uni ein.

Hawking, das Genie

In einem Alter, wo die meisten Menschen an außerordentlich weltlichen Vergnügen interessiert sind, galt Hawkings Aufmerksamkeit fast ausschließlich den Weiten des Universums. So widmete er sich Anfang seiner 20er etwa der Relativitätstheorie von Albert Einstein und lieferte mit seinen mathematischen Ergänzungen in die Wechselwirkung zwischen Materie, Raum und Zeit. 1966 wurde er dafür mit dem angesehenen Adams Prize der Universität Cambridge geehrt. Später waren es vor allem die nach wie vor so unwirklich erscheinenden Schwarzen Löcher, denen seine Arbeit galt. Noch bis heute liefert er sich (für einen Wissenschaftler) hitzige Debatten mit anderen Theoretikern wie Kip Thorne.

Hawking, der Familienmensch

Doch halt, nicht all seine Leidenschaft gilt Dingen, die nicht von dieser Welt sind. 1965 begann er zwar mit seiner Doktorarbeit, heiratete aber auch seine große Liebe Jane Wilde. Obwohl zu diesem Zeitpunkt bereits Hawkings ALS-Erkrankung entdeckt wurde und bereits erste Lähmungserscheinungen auftraten, entschieden sich die beiden für insgesamt drei gemeinsame Kinder. Die Ehe sollte bis ins Jahr 1990 halten, seine zweite mit Pflegerin Elaine Mason immerhin elf Jahre (1995 – 2006).

Hawking, der Kämpfer

Wie eingangs erwähnt, gaben die behandelnden Ärzte Stephen Hawking nach Entdeckung der ALS-Erkrankung lediglich ein paar weitere Jahre zu Leben. Alles andere als eine rosige Aussicht für einen 21-Jährigen. Noch nicht zuletzt dank der unbändigen Liebe seiner Jane weigerte er sich, den Lebensmut zu verlieren. Während ihm die Krankheit zusehends die Gewalt über den eigenen Körper raubte, fand er immer neue Wege, die Einschränkungen zu kompensieren. Nach einer Lungenentzündung im Jahr 1985 etwa verlor er seine Fähigkeit, zu sprechen. Um sich zu verständigen, wich seine echte Stimme der eines Sprachcomputers. Als er diesen schließlich nicht mehr mit den Fingern bedienen konnte, wurde er so modifiziert, dass er durch Hawkings Augenbewegungen gesteuert werden konnte.

Hawking, die Popkultur-Ikone

Nicht erst mit dem Oscar prämierten Film “Die Entdeckung der Unendlichkeit” mit Eddie Redmayne als Hawking und Felicity Jones als seine Frau Jane wurde die bewegende Geschichte des Wissenschaftlers verfilmt. Auch Benedict Cumberbatch schlüpfte in “Hawking – Die Suche nach dem Anfang der Zeit” in die Haut des so tragischen Genies.

Und auch seinen Humor konnte Hawking in der Popkultur ein ums andere Mal unter Beweis stellen. So hatte er Gastauftritte in Comedy-Serien wie “The Big Bang Theory”, “Futurama” und “Die Simpsons”. Auf eigen Wunsch hin gewährte man ihm sogar liebend gerne einen Auftritt in der Serie “Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert”, in der er in einer Holodeck-Simulation sich selbst verkörperte – und neben den Hologrammen von Albert Einstein und Isaac Newton Platz fand. Eine gebührende Runde für das geistreiche Geburtstagskind!

(stk/spot)

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