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Tipps von Curse: Das bringt Ruhe ins Leben

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In seinem Buch „Stell dir vor, du wachst auf“ (Rowohlt) präsentiert Michael Kurth (39), vielen bekannt als Rapper Curse, seine OOOO+X-Methode. Die soll „mehr Präsenz und Klarheit“ ins Leben bringen. Dass Klangschale, Räucherstäbchen und Yoga-Decke nicht die Grundvoraussetzung für Meditation sind, will der Musiker, Buddhist und Yogalehrer ebenfalls weitergeben, wie er im Interview mit spot on news verrät.

Auf dem Höhepunkt Ihrer Musikkarriere haben Sie Ihr Leben auf den Kopf gestellt, wurden Buddhist und Lehrer für tibetisches Yoga. Was bewirkt bei Ihnen Meditation?

Michael Kurth: Als ich anfing, wirklich zu meditieren, habe ich zunächst einmal erkannt, was für eine falsche Vorstellung ich davon hatte. Ich habe gesehen, wie extrem mein innerer Dialog ist. Der ist nicht immer schön, sondern auch anstrengend. Einfach sitzen zu bleiben und nicht davor wegzulaufen, war für mich eine neue Erfahrung. Und ich habe festgestellt: Selbst wenn man nichts macht, löst sich etwas auf. Der eine Gedanke, der dringlich erschien, verschwindet einfach, es kommt der nächste. Das heißt für mich: Nicht alles, was ich mir selbst erzähle, muss ich ernst nehmen. Das hatte viel mit eigene Grenzen und Definitionen überwinden zu tun.

Ich habe dann ganz viel Raum, sehr viel Platz in meinem Inneren erlebt. Dadurch bin ich kein besserer Mensch. Aber die Natur dessen, was unser Leben ausmacht, lerne ich auf eine andere Art und Weise kennen, die mich beruhigt und zu der ich vorher keinen Zugang hatte. Trotzdem bin ich manchmal gestresst und sauer, allerdings weiß ich jetzt, dass solche Situationen oft nicht so tragisch sind, wie man denkt.

Beim Punkt „Offener Raum“ geht es Ihnen auch darum, morgens nicht als Erstes zum Smartphone zu greifen.

Michael Kurth: Alle Studien weisen in dieselbe Richtung: Der Umgang mit dem Smartphone funktioniert wie Glücksspiel. Es löst dieselben Prozesse im Gehirn aus, der ganze Körper reagiert auf das Klingeln oder Piepsen. Smartphones sind neu und die Technik entwickelt sich ständig weiter, wir haben noch keine Reglementierung gefunden. Ich bin mir aber sicher, dass in diese Richtung etwas passieren wird. Sonst gibt es Konsequenzen für unser Leben, die wir noch gar nicht absehen können.

Depressionsraten und Angstzustände steigen rapide, seit es Smartphones gibt. Deshalb muss man die Geräte nicht komplett verteufeln. Aber es sollten sich alle einig darüber werden, dass die Art, wie wir das konsumieren, erwiesenermaßen Gefahren mit sich bringt. Ein Smartphone ist wie ein offener Alkoholschrank. Ein Gläschen Wein zu trinken, ist nicht schlimm. Aber ich kann mich nicht jedes Mal, wenn ich mich nicht gut fühle – gerade als junger Mensch – damit betäuben. Danach geht es uns nicht besser, sondern schlechter.

In meinem Buch schlage ich vor, auszuprobieren, was passiert, wenn man sich morgens nicht sofort über das Smartphone in die Social-Media- und Nachrichtenwelt stürzt. Damit entsteht ein neuer Raum. Wie man den füllt, kann jeder für sich entscheiden. Ich mache Angebote wie Meditation oder Dankbarkeitspraxis.

Was ist der Unterschied zwischen dankbar sein und Dankbarkeit praktizieren?

Michael Kurth: Dankbar sein findet im Moment statt und es ist natürlich schön, das zu spüren. Dankbarkeitspraxis ist ein bewusster Vorgang. Egal wie mies die äußeren Umstände erscheinen, mache ich mich dabei aktiv auf die Suche nach drei oder fünf Dingen, für die ich dankbar bin. Die schreibe ich auf und versehe sie auch mit einem „weil“. Wir haben durch die Evolution eine Negativitätstendenz im Gehirn, die dafür sorgt, dass wir Gefahren viel deutlicher wahrnehmen und fünfmal wichtiger werten als Positives. Das hilft natürlich zu überleben, führt aber auch dazu, dass unser geistiger Fokus oft auf den Dingen liegt, die wir als negativ oder mangelnd bewerten.

Die Dankbarkeitspraxis, die wir aktiv und bewusst ausführen, sendet unserem Gehirn immer wieder das Signal: Suche nach Dingen, die bereits da sind und die gut sind. Wenn man das Gehirn darauf trainiert, bildet sich eine andere Verknüpfung. Nach einer Zeit verspürt man im Alltag mehr Dankbarkeit, weil man kleine Dinge anders wahrnimmt.

X steht für Exercise, also Sport. Muss man sich erst mal bewusst machen, wie wichtig der Körper für den mentalen Zustand ist?

Michael Kurth: Oft neigen wir dazu, zu denken, Körper und Geist wären voneinander getrennt. Aber wir erfahren über unseren Körper Freude, wir kommunizieren mit ihm, hören, sehen, riechen, schmecken. Wie wir uns in unserem Körper zu Hause fühlen, hat sehr viel mit Meditation zu tun. Im Buddhismus sagt man, der Körper ist ein Tor zur Erfahrung. Ich will ein Bewusstsein dafür schaffen, wie sehr körperliches und geistiges Wohlergehen aufeinander einwirken können.

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