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Karin Slaughter: „Brustimplantate machen noch keine Heldin aus“

Wusstest Du schon...

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Karin Slaughter (44) zählt zu den bedeutendsten Bestsellerautoren des Krimi- und Thriller-Genres. Bekannt ist sie vor allem für ihre „Grant County“-Serie und die „Will Trent“-Reihe. In ihrem jetzt erschienenen Werk „Pretty Girls“ (HarperCollins, 500 Seiten, 19,90 Euro) steht kein Ermittler im Zentrum, brutal – und sehr spannend – wird es aber auch hier. Es geht um Snuff-Pornos – Filme, in denen Frauen gefoltert und getötet werden – und zwei Schwestern, die erst durch den Tod des Mannes wieder zueinander finden, der sie einst getrennt hat. Lydia, eine Ex-Drogenabhängige und Claire, die Witwe eines Multi-Millionärs. Jetzt haben es die beiden Frauen, deren Schwester vor Jahren spurlos verschwand, plötzlich mit einer Mordserie in Georgia zu tun…

Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news, spricht Slaughter über menschliche Abgründe, ihre vorbestrafte Schwester und Lisbeth Salander…

„Pretty Girls“ von Karin Slaughter finden Sie hier

Im Zentrum von „Pretty Girls“ stehen nicht klassische Ermittler, sondern zwei Frauen, die nach ihrer verschwundenen Schwester suchen. Wie hat sich das auf das Schreiben ausgewirkt?

Karin Slaughter: „Pretty Girls“ ist mein erstes Buch, in dem kein Ermittler die Story erzählt. Man denkt nicht, dass das so eine große Sache ist, aber für mich war das ein unglaublicher Unterschied – verglichen damit, aus Will Trents Sicht zu schreiben. Mit einem Cop hast du einen Grund, in einem Verbrechen zu ermitteln, mit Zeugen zu sprechen, Verdächtige zu befragen usw… Wenn du keine Polizisten hast, musst du dir was ausdenken, um die Figuren in den Mittelpunkt der Handlung zu bekommen. In „Pretty Girls“ werden die Schwestern Claire und Lydia geradewegs in das Verbrechen hineingezogen und die Entscheidungen, die sie treffen, wie sie sich selbst in einer Position wiederfinden, in der sie untersuchen, was passiert ist – das musste nicht nur glaubwürdig, sondern auch verständlich sein.

In „Pretty Girls“ geht es um Sex und Gewalt, die sich vor allem gegen Frauen richtet.

Slaughter: Ich werde nie darauf angesprochen, dass ich Männer töte. Wenn man die Morde in meinen Büchern zählen würde, würde man sehen, dass ich ungefähr die gleiche Anzahl von Männern und Frauen umbringe. Ich denke, dass sich Gewalt gegen Frauen wahrscheinlich echter „anfühlt“, weil wir uns selbst darauf trainiert haben, zu glauben, dass Frauen eher Opfer von Gewaltverbrechen werden als Männer. Was nicht stimmt, zumindest in den USA werden mehr Männer als Frauen umgebracht. Ich denke auch, wann immer Sex ins Spiel kommt, vergrößert es die Vorstellung von Hilflosigkeit. Wenn man diese beiden Dinge kombiniert, hat man eine Figur, mit der man Mitleid hat – eine hilflose Frau.

Warum lesen Leute so gerne Bücher über menschliche Abgründe?

Slaughter: Meiner Meinung nach ist es eine Mischung aus natürlicher Neugierde und einem „Gott sei Dank passiert mir so etwas nicht“. Wir lesen, um zu flüchten, aber wir lesen auch manchmal, um unsere Dämonen zu vertreiben.

War es schwierig für Sie, über Snuff-Filme zu schreiben?

Slaughter: Achtung, Spoiler! Mich diesem Thema zu nähern, war durch das Internet eigentlich nicht schwierig. All diese Enthauptungen auf Youtube, die gewaltsamen Angriffe gegen Frauen, die aufgezeichnet wurden, Schießereien usw. – das ist alles verfügbar für diejenigen, die es finden wollen. Es gibt eine sehr beliebte Website, die sich völlig gewaltsamen und schockierenden Taten widmet und die Betrachter werden ermutigt, sich da durchzuklicken, bis sie es nicht mehr aushalten. Wenn ich mir um etwas Sorgen mache, dann darüber, dass Leute dieser Art Horror gegenüber schmerzfrei werden.

Sie recherchieren mit Hilfe von Experten und Polizeiberichten für Ihre Bücher. Gibt es in all Ihren Werken Spuren von echten Verbrechen?

Slaughter: Auf jeden Fall. Alle Arten von schrecklichen Dingen sind online zu finden. Ich spreche oft mit Agenten des Georgia Bureau of Investigation und auch mit Polizisten aus Atlanta, um ein echtes Gespür dafür zu entwickeln, wie sie an die Verbrechen herangehen würden, über die ich schreibe. Ehrlich gesagt ist der Punkt nicht das Verbrechen, es ist die Reaktion der Figuren darauf und wie die Verbrechen ihr zukünftiges Leben verändern und prägen. Oft heißt es über mich, dass ich sehr offen über grausame Taten schreibe, aber es geht mir nicht darum, Leute zu schockieren. Es muss etwas hinter dem Schock stecken und das ist – zumindest für mich – immer die Menschlichkeit der Figuren zu zeigen.

Hatten Sie – unabhängig von Ihrer Arbeit – schon mit Verbrechen zu tun?

Slaughter: Ja. Meine Schwester wurde wegen Drogendelikten verurteilt. Viele ihrer Freunde haben ein Strafregister. Das hat meine Meinung darüber, wie wir mit Leuten umgehen, die ihre Strafe bereits verbüßt haben und für ihre Verbrechen bestraft wurden, wirklich beeinflusst. Wegen ihres Drogen-Vergehens kann meine Schwester in Georgia beispielsweise nicht wählen, sie hat keinen Anspruch auf eine Sozialwohnung oder Nahrungsmittelhilfe und es war sehr schwierig für sie, einen Job zu bekommen, weil die meisten Arbeitgeber bei der Bewerbung danach fragen, ob man Vorstrafen hat. Mehr als 15 Jahre nach ihrer Verurteilung muss sie das immer noch offen legen und im Allgemeinen bedeutet das, dass sie nicht angenommen wird.

David Lagercrantz hat in „Verschwörung“ gerade wieder Lisbeth Salander neu zum Leben erweckt. Was denken Sie über diese moderne Heldin und die „Millennium“-Reihe?

Slaughter: Als Autorin, die seit Jahren starke Frauenfiguren erschafft und auch Werke von Freundinnen liest, die über fantastische weibliche Figuren schreiben, finde ich es ehrlich gesagt furchtbar, dass Larsson als der besondere Autor gefeiert wird, der eine feministische Heldin erschaffen hat. Dass sich Salander nicht als attraktive Frau gefühlt hat, bis sie Brustimplantate bekam, macht keine feministische Heldin aus. Was für Frauen und was für Männer zählt, geht weit auseinander. Ich glaube, Lagercrantz hat eine geschicktere Herangehensweise an die Figur gewählt. Aber man muss ehrlich sein: Salander ist eine Superheldin, die nichts mit der Realität zu tun hat. Es ist die männliche Vorstellung, wie sich eine Frau verhalten sollte, die missbraucht, vergewaltigt und von der Gesellschaft ausgeschlossen worden ist. Ganz zu schweigen von Blomkvist, der trotz seiner unzähligen Schwächen der Typ Mann ist, der nie eine Frau getroffen hat, die nicht mit ihm ins Bett wollte. Realistisch gesehen würde eine Frau, die das durchmachen musste, was Salander erlebt hat, ihren Hass nach innen kehren. Es gibt aber einige männliche Autoren, die großartige weibliche Figuren erschaffen haben, dazu zählen unter anderem Lee Child, Mark Billingham, Peter Robinson oder John Connelly.

Was waren Ihre Buch-Highlights 2015?

Slaughter: Ich habe Denise Minas „Blood, Salt, Water“ geliebt. „Make Me“ von Lee Child war eine fantastische Rückkehr zum Old-School-Reacher. Ich kann nicht behaupten, dass ich „Missoula“ von Jon Krakauer genossen habe, weil es falsch wäre, wenn man ein Buch über College-Vergewaltigungen in den USA genießt, aber es war ein fesselndes Stück von investigativem Journalismus.

Gibt es bald auch mehr von ihren erfolgreichen Serien und was sind Ihre Pläne für 2016?

Slaughter: Ich arbeite gerade am nächsten Will-Trent-Buch. Es heißt „The Kept Woman“ und handelt von Will, Sara Linton und dem Rest der Bande. Ich will noch nicht zu viel verraten, aber es beginnt damit, dass Will wirklich, wirklich glücklich ist – bis etwas Schreckliches passiert. Ich glaube, die Leute werden sehr froh über die Story sein. Und ich freue mich darauf, mit Leuten über Will Trent zu sprechen, das habe ich seit zwei Jahren nicht mehr gemacht. Ich werde mit dem Buch 2016 sehr viel auf Tour sein. Ich hoffe, dass ich damit auch nach Deutschland komme, weil das eines der Länder ist, die ich am liebsten besuche. Meine Leser dort sind so interessiert und leidenschaftlich und es macht immer Spaß, sie zu treffen.

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