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Papst Franziskus: Damit hätte auch Melania Trump nicht gerechnet

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Essen und Kochen spielten im Leben von Papst Franziskus (81) schon immer eine wichtige Rolle. Wie gut er sich in diesem Bereich auskennt, überraschte offenbar auch die First Lady der USA, als sie im Mai 2017 das Kirchenoberhaupt traf. Die Anekdote erzählt Roberto Alborghetti in seinem Buch „Kochen mit dem Papst: Die Lieblingsrezepte von Franziskus“ (Südwest).

Alborghetti schildert dort, wie sich der Papst nach der offiziellen Audienz zum Small-Talk an Melania Trump (47) wandte: „Geben Sie ihm Potica (gesprochen ‚Putizza‘) zu essen?“, habe sein scherzhafter Hinweis auf die massige Figur des amerikanischen Präsidenten gelautet. Und weiter berichtet der Autor: „Zwar übersetzte der Dolmetscher die Frage falsch mit ‚Pizza‘, was kurzfristig zu Verwirrungen führte, doch Melania, gebürtig in Novo mesto, Slowenien, hatte richtig verstanden. Mit einem Schlag stand das kalorienreiche, an der oberen Adria beheimatete Gebäck im Scheinwerferlicht.“

Woher Jorge Mario Bergoglio, dessen Familie von Italien nach Argentinien ausgewandert war, sein Knowhow hat, beschreibt Alborghetti ebenfalls. Den Sinn für Esskultur hat er demnach von Großmutter und Mutter geerbt. Seine Schwester wird zudem in dem Buch zitiert: „Ja sicher waren wir arm, arm aber würdevoll. Bei uns wurde nichts weggeworfen… Vielleicht stammt daher die extreme Genügsamkeit, die meinem Bruder und mir eigen ist. (…)“

„Wir liebten es zu kochen. Noch heute kochen wir gemeinsam, wenn wir uns sehen. Mein Bruder kocht hervorragend. Seine gefüllten Calamari schmecken umwerfend und er liebt Risotto“, berichtet seine Schwester Maria Elena laut dem Autor. Und auch die erste Berufswahl von Bergoglio, der früh selbst am Herd stand, als seine Mutter krank wurde, ging in diese Richtung: Als 17-Jähriger entschied er sich 1952 für eine Ausbildung zum Lebensmittelchemiker.

Franziskus in der Handwerker-Kantine

In Gesellschaft speist der Papst auch heute noch gerne, zum Beispiel in der Kantine, in der die im Vatikan beschäftigten Handwerker essen, wie der Autor eine Geschichte aus den Juli 2014 erzählt: „Es war kurz nach zwölf, die Tische großteils besetzt. Plötzlich verstummte das Stimmengewirr, als der Papst die Kantine betrat, sich Tablett und Besteck nahm und sich in die Schlange für die Selbstbedienung einreihte, wie alle anderen.“ Danach sei er ruhig zwischen den Tischen hindurch gegangen, „bis sich bei den Lageristen ein freier Platz fand“.

Und was schmeckt dem Papst? „Er ist ein Mensch, der alles isst, solange es möglichst einfach zubereitet ist“, wird eine Köchin in dem Buch zitiert, das auch zahlreiche Rezepte präsentiert. Mehr Details aus dem Leben des Papstes erfahren Leser unterdessen auch gerade aus erster Hand: „In Gott ist jung: Ein Gespräch mit Thomas Leoncini“ (Herder) erzählt Franziskus unter anderem von seiner Jugend und seinen Träumen.

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