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Janis Joplin: Hippie-Ikone ohne Kompromiss

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Der Klang ihrer rauen, unverkennbaren Stimme verursacht heute noch Gänsehaut. Auf der Bühne entfaltete Janis Joplin (1943 – 1970) ihre ganze Kraft. Am 19. Januar 2018 würde sie ihren 75. Geburtstag feiern. Doch die Sängerin, die als eine der wenigen weißen Musikerinnen galt, die den „echten schwarzen Blues“ singen können, ging am 4. Oktober 1970 für immer in den tragischen „Club 27“ ein. Die Todesursache: eine Überdosis Heroin. Doch ihr Weggefährte Eric Burdon (76) sagte später einmal: „Janis starb an einer Überdosis Janis.“

Wie Jimi Hendrix (1942 – 1970), Jim Morrison (1943 – 1971), Kurt Cobain (1967 – 1994) und einige andere machte sich die in Texas geborene Rock-Sängerin durch ihren Tod unsterblich. Der „Club 27“ steht symbolisch für eine Gruppe von Musikern, die getreu dem Motto „Live fast, die young“ schon mit 27 Jahren aus dem Leben schieden. Trotz ihres kurzen Lebens und ihrer nur rund vier Jahre andauernden Karriere gilt Janis Joplin noch heute als die Queen des weißen Bluesrock. Songs wie „Cry Baby“, „Mercedes Benz“ und „Me and Bobby McGee“ berührten eine ganze Generation und machten sie zu einer Leitfigur des Protests und der Flower-Power-Bewegung.

„Singen ist wie jemanden zu lieben“

Als Ikone der Hippiekultur ging Janis Joplin in die Geschichte ein. 1969 begeisterte sie mit ihrem Auftritt auf dem legendären Woodstock Festival 400.000 Menschen. „Singen ist wie jemanden zu lieben. Es ist ein höchst emotionales und körperliches Erlebnis“, sagte sie einmal und genau nach diesem Konzept funktionierten ihre Auftritte.

Auf der Bühne war sie hemmungslos, radikal und frei. In der Realität wurde sie wohl von ihren Ängsten und Unsicherheiten beherrscht. In dem Dokumentarfilm „Janis: Little Girl Blue“ von Amy Berg (47), der im Januar 2016 erschienen ist, erzählen ehemalige Weggefährten, Familienangehörige und Freunde, wie Janis als Schülerin und Studentin gemobbt wurde. Ein Umstand, der sie für immer prägte. Und trotzdem – oder vielleicht auch gerade deswegen – war sie die erste, die Frauen den Weg in die Rock’n’Roll-Musik ebnete. „Janis hatte keine Angst vor ihrem Schmerz und ihrer Wahrheit“, heißt es in der Dokumentation.

Janis Joplins kurzes Leben hatte mehr Höhen und Tiefen als die Leben der meisten Menschen auf dieser Welt. Einer Sache war sie sich immer sicher, bereits als Kind wusste sie: „Ich wollte immer ein Künstler sein, was auch immer das bedeuten sollte. So wie andere Mädchen Stewardessen werden wollten. Ich las. Ich malte. Ich dachte nach.“ Eines ihrer berühmtesten Zitate lautet: „Don’t compromise yourself. You are all you’ve got.“ Janis Joplin führte ein Leben ohne Kompromisse, sie hatte sich voll und ganz ihrer Leidenschaft, der Musik, verschrieben. Doch leider auch dem Alkohol und den Drogen.

Ihre Musik machte sie unsterblich

Mit insgesamt drei Bands zog sie durch Amerika und den Rest der Welt. 1967 brachte sie gemeinsam mit Big Brother & the Holding Company ihr erstes Album auf den Markt, 1968 stellte sie sich eine größere Combo namens Kozmic Blues Band zusammen. Doch erst mit Band Nummer drei, der Full Tilt Boogie Band, war sie richtig glücklich.

Kurz vor ihrem tragischen Tod soll sie laut Filmemacherin Amy Berg „endlich eine Balance zwischen Kreativität und persönlichem Leben gefunden“ haben. Ihr viertes Album „Pearl“ veröffentlichte die Plattenfirma posthum drei Monate nach ihrem Tod. Es wurde sofort zum Kassenschlager, führte wochenlang die US-Charts an und machte Janis nach ihrem Tod zur Legende.

Ob sie kurz vor dem 4. Oktober 1970 bereits ahnte, dass es bald zu Ende gehen sollte? Wenige Tage bevor sie sich den „goldenen Schuss“ setzte, hatte Janis Joplin am 1. Oktober 1970 in Beverly Hills ihr Testament unterzeichnet. Ihr letzter Wunsch lautete: 200 Freunde sollten ihre hinterlassene Bargeldschaft von 1.500 Dollar bei einem rauschenden Fest vertrinken. Gesagt, getan.

Es spiegelt ihre Lebenseinstellung wider: „Mein Job ist es, zu genießen und Spaß zu haben. Und warum nicht, wenn am Ende sowieso alles endet, oder?“, auch dieses Zitat wird der großen Rock-Musikerin zugeschrieben. Sie lebe lieber „zehn überglückliche, ausgelassene Jahre als schließlich 70 zu werden, um in irgendeinem verdammten Sessel dem Fernseher zuzuschauen“.

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